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Sunnys Turniertag

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Sunnys Turniertag

Tess zog an ihren glänzenden Stiefeln und lugte in den Stall. Ihr Pony, Sunny, hob seine weiche Samtnase und schnaubte fröhlich.

"Bereit, Sunny?" fragte Tess. "Heute ist Turniertag!"

Sunny zuckte mit den Ohren. Seine Mähne war mit blauen Garnschleifen geflochten, die wippten, wenn er den Kopf schüttelte. Tess bürstete ihn, bis sein Fell wie warmer Honig glänzte. Der Stall roch nach Heu und Apfelscheiben. Draußen sangen Vögel, als sich die Anhängertür mit einem Klong öffnete.

Auf dem Turnierplatz war die Wiese mit hellen Farben gesprenkelt. Orange Hütchen standen wie freundliche Bäume. Ein winziges Kreuzhindernis sah aus wie eine Regenbogenbrücke. Eine blaue Matte bildete eine vorgetäuschte Pfütze. Bänder flatterten von einem weißen Zaun, und eine kleine Glocke hing an der Ziellinie.

Frau Lark, die Trainerin, winkte. "Guten Morgen, Team Tess! Guten Morgen, Sunny!" Sie tippte an ihren Hut. "Denkt dran, langsam und stetig. Absätze runter. Atmen."

Tess führte Sunny zum Aufwärmring. "Schritt, bitte", sagte sie, genau wie Frau Lark es ihr beigebracht hatte. Klipp-klapp, klipp-klapp machten Sunnys Hufe. Sie übten Anhalten. "Brrr." Sie übten Traben. "Trab, marsch!" Tess hielt sich fest mit ihren winzigen Händen und nahm einen langen, mutigen Atemzug.

Milo und sein Pony, Pepper, trabten vorbei. "Viel Glück!" rief Milo.

"Dir auch!" rief Tess zurück. Sie tätschelte Sunnys Hals. Seine Mähne kitzelte ihren Handschuh.

Dann flatterte eine gestreifte Fahne in der Nähe des winzigen Sprungs, flapp-flapp! Sunny erschrak und rutschte zur Seite. Tess wackelte, saß aber aufrecht. "Ist schon gut", flüsterte sie. "Es ist nur eine flappende Fahne."

Frau Lark kam herüber. "Lass ihn schauen", sagte sie. "Lass ihn denken. Ihr seid ein Team."

Tess atmete ein. "Wir können zusammen mutig sein", sagte sie zu Sunny. Sie ließ ihn den Hals strecken, um an der Fahne zu schnuppern. Sunny blies ein warmes Wusch aus. Die Fahne flatterte wieder, aber jetzt war es nur ein flappendes Ding, das ein lustiges Geräusch machte.

"Guter Junge", sagte Tess. "Lass uns den kleinen Sprung versuchen." Sunny spitzte die Ohren. Sie trabten zum Kreuzhindernis und hüpften mit einem leisen Plumps darüber. Tess kicherte. "Wir sind über den Regenbogen gesprungen!"

Bald war es Zeit. Eine Stimme sang aus dem Lautsprecher: "Nummer Sieben, Tess und Sunny, in den Ring!"

Tess' Bauch fühlte sich sprudelnd an wie Ginger Ale. Sie drückte Sunnys Seiten sanft. "Schritt, marsch", flüsterte sie. Sie passierten das Tor, und die Welt verwandelte sich in einen grünen Kreis, gesprenkelt mit hellen orangen Hütchen, der blauen Pfütze und dem kleinen Sprung. Leute klatschten leise. Sunnys Ohren zuckten nach vorne.

"Parcours beginnt", rief Frau Lark von draußen. "Ihr schafft das!"

"Zuerst der Slalom", sagte Tess zu Sunny. Sie trabten links, rechts, links zwischen den Hütchen. "Guter Junge!" Die Hütchen waren nah, aber Sunny trat vorsichtig, seine Hufe klopften auf das Gras wie Trommelschläge.

Als nächstes kam die kreidene Box auf dem Boden. "Halt", sagte Tess. Sunny stoppte mit allen vier Hufen drinnen. Tess zählte: "Eins... zwei." Sie tätschelte seinen Hals. "Schritt, marsch."

Die vorgetäuschte Pfütze schimmerte blau. Sunny blinzelte. Tess fühlte ihn denken. "Es ist ein See für Enten", sagte sie, "Aber wir sind heute Bergpferde." Sie atmete tief ein. "Trab, marsch!" Sunny schnaubte, dann trat er, Schritt für Schritt, hinüber. Die Menge jubelte ein wenig.

Das letzte Ding war das winzige Kreuzhindernis mit der flappenden Fahne in der Nähe. Sunnys Ohren neigten sich. Tess schaute dorthin, wo sie hinwollte – über den Regenbogen und zur Glocke. "Wir können es schaffen", sagte sie zu ihm. "Ich bin bei dir." Sie zählte leise: "Eins, zwei. Eins, zwei."

Sunny nahm einen mutigen Atemzug. Seine Schultern hoben sich. Sie hüpften über den kleinen Sprung mit einem Hopp! Die Fahne flatterte, aber jetzt klang es wie Applaus. Tess lachte laut auf.

Ende

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