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Steinsuppe

Unbekannt

Steinsuppe

Es waren einmal drei müde Soldaten. Sie waren weit gelaufen, über Felder und durch Wälder. Ihre Schuhe waren abgetragen und ihre Mägen knurrten. Als die Sonne unterzugehen begann, sahen sie ein Dorf. "Vielleicht gibt es dort etwas Essen", sagte der erste Soldat. "Und eine warme Ecke zum Ausruhen", sagte der zweite. "Wir werden nett fragen", sagte der dritte.

Im Dorf war es still. Als die Soldaten an Türen klopften, lugten Leute heraus, schüttelten aber ihre Köpfe. "Wir haben nichts zu geben", sagte eine alte Frau und zog die Tür zu. "Die Ernte war klein", murmelte ein Onkel. Die Kinder versteckten sich hinter den Vorhängen. Die Wahrheit war, dass die Dorfbewohner ein bisschen von allem hatten, aber sie hatten Angst, es würde nicht genug sein. Sie versteckten Brot in Truhen, Kartoffeln unter dem Bett und ein kleines Stück Käse auf dem Regal.

Die Soldaten sahen einander an. Sie waren immer noch höflich. "Dann kochen wir Steinsuppe", sagte der erste Soldat fröhlich. "Steinsuppe?" flüsterten die Dorfbewohner hinter den Türen. "Kann man Suppe aus Stein machen?" Sie schlichen näher zum Platz, um zu schauen.

"Wir brauchen nur einen großen Topf, Wasser und ein Feuer", sagte der zweite Soldat. Bald wurde ein großer Topf herbeigerollt. Jemand holte Wasser aus dem Brunnen. Ein anderer zündete ein Feuer an. Der dritte Soldat wusch drei glatte Steine und legte sie vorsichtig in das Wasser. Sie rührten und rührten. Das Wasser blubberte. Der Duft war nur warm und leer, aber die Soldaten lächelten.

"Oh, was für eine feine Steinsuppe das wird", sagte der erste Soldat und kostete. "Fast perfekt! Nur eine Prise Salz würde sie noch besser machen." Ein kleines Mädchen rannte nach Hause und kam mit einem kleinen Beutel Salz zurück. Sie schüttete ein wenig hinein, und alle sahen zu, wie der Soldat umrührte.

"Stellt euch vor", sagte der zweite Soldat, "wenn da eine Karotte oder zwei wären. Karotten machen die Suppe süß und schön in der Farbe." Eine Frau leerte ihre Taschen. "Ich habe ein paar Karotten", sagte sie. Sie wurden in Stücke geschnitten und rutschten in den Topf hinunter. Es fing an, gut zu riechen.

"Kohl macht eine Suppe kräftig", sagte der dritte Soldat. "Und Kartoffeln machen den Magen glücklich und voll." Da kam ein Junge mit einem kleinen Kohlkopf, und ein alter Mann schämte sich ein bisschen, brachte aber einige Kartoffeln heraus. Alles landete im Topf. Jemand rief: "Ich habe eine Zwiebel!" und ein anderer sagte: "Hier sind einige Fleischstücke, die übrig geblieben waren!" Hinein damit auch. Nun breitete sich ein warmer, guter Duft über den ganzen Platz aus. Die Dorfbewohner lächelten vorsichtig. Sie vergaßen fast, dass sie Angst gehabt hatten zu teilen.

Die Soldaten rührten, kosteten und nickten. "Was für eine festliche Steinsuppe!", sagten sie. "Sie wäre noch festlicher mit etwas Brot dazu." Da eilten Kinder los und holten kleine Brotscheiben. "Und vielleicht etwas Käse?" flüsterte jemand. Eine Tante kam mit ihrem kleinen Stück Käse. Bald waren Schalen, Löffel und Bänke draußen.

Als die Suppe fertig war, stellten sie den Topf in die Mitte des Platzes. Jeder bekam einen Löffel voll. "Hier bitte", sagten die Soldaten. "Steinsuppe für alle!" Zuerst kosteten sie vorsichtig. Dann lächelten sie breit. Die Suppe war warm, herzhaft und gut. Sie saßen zusammen, aßen und lachten. Die Kinder schlürften und die Dorfältesten erzählten Geschichten. Die, die gerade noch gesagt hatten "wir haben nichts", merkten, dass es reichlich gab, wenn jeder ein wenig teilte.

Als die Nacht kam, dankten die Dorfbewohner den Soldaten. "Was für eine wunderbare Suppe ihr aus Steinen gemacht habt!", sagten sie. Der erste Soldat wusch die drei glatten Steine und steckte sie wieder in seine Tasche. "Diese Steine sind gut zu haben", sagte er und zwinkerte. Der zweite Soldat lächelte. "Aber das Beste in der Suppe war alles, was ihr geteilt habt." Der dritte nickte. "Wenn jeder ein wenig gibt, ist es genug für alle."

Am nächsten Morgen winkte das Dorf zum Abschied. Die Soldaten gingen weiter, voll im Magen und warm im Herzen. Und im Dorf erinnerte sich jeder, wie eine Suppe aus Steinen zu einem Fest wurde, nur weil jeder dem anderen half.

Ende

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