Geschichtenbot
Rory das Feuerwehrauto
Rory das Feuerwehrauto lebte in Station Nummer Zwei. Seine rote Farbe leuchtete wie frische Äpfel, und seine Chromlichter zwinkerten wie freundliche Augen. Rory liebte es zu helfen. Er liebte das Gefühl seiner großen Reifen, die rollten, und er liebte das Geräusch, das seine Sirene machte – TATÜ-TATA, TATÜ-TATA! Kapitänin Lina, mit einem gelben Helm und einem Lächeln, das die Leute winken ließ, war Rorys beste Freundin. Welpe Sirene, ein gefleckter Hund mit einem wedelnden Schwanz, mochte es, auf Rorys weichem Sitz ein Nickerchen zu machen.
Der Morgen war hell und geschäftig in der Ahornstraße. Leute gingen an der Station vorbei. Ein Radfahrer klingelte eine Glocke. Ein Bus sauste vorbei. Kapitänin Lina überprüfte den Schlauch. Feuerwehrmann Jay wickelte ein Seil auf. Welpe Sirene jagte eine winzige Seifenblase.
Dann – kling-klang! Die Glocke läutete. Kapitänin Lina hörte auf das Funkgerät. "Kleine Rauchwolke bei der Bäckerei in der Sonnenstraße", sagte sie. "Abfahrt!"
Rorys Motor summte. Seine Lichter flackerten an. Das große Tor glitt auf, und raus fuhren sie. TATÜ-TATA, TATÜ-TATA! Rory schlängelte sich vorsichtig durch den Verkehr. Autos fuhren zur Seite. Kinder winkten. Rory mochte es, auf seine eigene Art zurückzuwinken – er blinkte mit seinen Lichtern wie ein Hallo.
Bei der Bäckerei in der Sonnenstraße stand Herr Park draußen und wedelte mit seiner mehligen Schürze. Eine graue Wolke trieb aus der offenen Tür. "Es riecht nach verbranntem Toast", sagte Feuerwehrmann Jay.
Kapitänin Lina nickte. "Kleiner Rauch. Bleibt zurück, alle." Sie tätschelte Rorys Seite. "Wasser bereit, bitte. Der sanfte Strahl."
Rory brachte seine Räder in Position. Der Schlauch schlängelte sich von seiner Seite mit einem leisen Schsch. Feuerwehrmann Jay zielte auf den Toasterofen drinnen und gab nur einen schnellen Stoß, um ihn abzukühlen. Kapitänin Lina öffnete weite Fenster. Frische Luft strömte hindurch. Welpe Sirene trabte im Kreis, schnupperte und nieste höflich.
Bald wurde die rauchige Wolke dünner und wirbelte davon. Die Bäckerei roch wieder nach Zucker und Zimt. Herr Park klatschte. "Meine Helden!" sagte er und grinste mit Mehl auf der Nase. Er hielt ein Tablett hoch. "Zimtschnecken für euch!"
Kapitänin Lina schüttelte den Kopf mit einem Lachen. "Vielleicht später, Herr Park. Wir müssen sicherstellen, dass alles sicher ist." Sie überprüfte die Ofenkabel. "Alles gut jetzt."
"Hilfe!" rief eine Stimme von der anderen Straßenseite. "Mein Kätzchen! Gurke ist auf dem Dach!"
Rory drehte seine Lichter zu einem kleinen blauen Haus. Ein Mädchen namens Mia winkte vom Hof, die besorgten Augen weit aufgerissen. Ein kleines graues Kätzchen spähte über die Dachkante und miaute: "Mrrrp?"
"Wir kümmern uns drum", sagte Kapitänin Lina. "Ganz ruhig, Rory. Lass uns die Leiter ausfahren."
Rory stand fest. Seine Leiter hob sich – krrrrechz – und streckte sich wie ein langer Giraffenhals nach oben. Feuerwehrmann Jay klinkte seinen Gurt ein. "Ich klettere", sagte er. Welpe Sirene gab ein hilfreiches Bellen: "Wuff!"
Die Leiter hinauf ging Feuerwehrmann Jay, einen vorsichtigen Schritt nach dem anderen. "Hi, Gurke", sagte er sanft. "Ist schon gut. Ich hab dich."
Gurke wich ein winziges Stückchen zurück, die Pfoten rutschten. Kapitänin Lina rief: "Mia, sprich mit deinem Kätzchen. Lass sie deine Stimme hören."
Mia formte ihre Hände zu einem Trichter. "Gurke! Du bist in Ordnung! Schau, dein Lieblingshandtuch!"
Kapitänin Lina hielt ein weiches blaues Handtuch hoch. Gurke schnupperte in der Luft. Feuerwehrmann Jay wackelte mit seinen Fingern im Handtuch wie eine winzige Decke. "Gemütlich?"
"Mrrrp", sagte Gurke. Sie trat näher. Feuerwehrmann Jay hob sie sanft hoch und wickelte sie fest wie einen Burrito in das Handtuch. "Hab dich, Gurke."
Die Leiter hinunter kamen sie, Schritt für vorsichtigen Schritt. Auf halbem Weg spähte Gurke heraus und hüpfte auf Feuerwehrmann Jays Helm. Die Menge keuchte, dann kicherte sie. Feuerwehrmann Jay erstarrte wie eine Statue. "Standhaft wie ein Baum", sagte er leise.
"Du machst das großartig", rief Kapitänin Lina. "Ganz ruhig jetzt."
Ende
