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Randi und der Regenbogen

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Randi und der Regenbogen

Nach einem warmen Regen glitzerte der Wald. Tropfen hingen wie kleine Perlen im Gras. Randi Fuchs stand auf einem Stein, die Nase hoch erhoben. Ihr Fell war rot wie Preiselbeeren. Ihre Augen leuchteten.

"Schaut!" rief sie. Hoch über der Lichtung wölbte sich ein Regenbogen. Er sah aus wie eine Brücke aus Farben.

Mira Maulwurf lugte aus einem weichen Erdhügel hervor. Sie blinzelte ins Licht und bürstete Erde von ihrer Nase. Neben ihr trampelte Bobo Bärenjunges umher. Er war rund und weich und roch nach Blaubeerstrauch.

"Wo fängt er an?" fragte Bobo und zeigte mit seiner Pfote.

"Wir finden das Ende!" sagte Randi. "Wir folgen den Farben."

Sie packten einen kleinen Rindenkorb mit Blaubeeren und einem Stück Honigwabe. "Falls wir Hunger bekommen", sagte Bobo und lächelte klebrig, nur vom Gedanken an Honig.

Sie liefen über das weiche Moos. Kleine Frösche hüpften davon wie grüne Punkte. Ein Schmetterling tanzte durch die Luft. Der Regenbogen zeigte weiter, über die weißen Birken hinaus.

Bald kamen sie an einen Bach, der plätscherte und lachte. Das Wasser glitzerte so sehr, dass es in den Augen kribbelte.

"Wie kommen wir rüber?" fragte sich Mira und strich ihre Grabklauen gegen einen Stein.

Randi sah sich um. "Stöcke!" sagte sie. Sie legten Stöcke wie eine kleine Brücke. Bobo trat zuerst hinaus.

"Eins, zwei, platsch!" Bobo rutschte mit einer Pfote ab. Das Wasser fühlte sich kalt an seiner Pfote an und er kicherte. "Es war nur ein kleiner Platsch", sagte er. Mira nahm seine Pfote. Zusammen schafften sie es hinüber.

Auf der anderen Seite des Baches kroch Siri Schnecke langsam über einen glänzenden Stein. Sie hinterließ einen silbernen Faden.

"Der Regenbogen lebt in Tropfen", sagte Siri mit sanfter Stimme. "Folgt dem, was glitzert."

"Danke, Siri", sagte Randi und beugte sich hinunter, sodass ihre Nase fast das Schneckenhaus berührte.

Sie folgten dem Glitzern. Sie hüpften von Grasbüschel zu Grasbüschel über einen kleinen Sumpf. "Sumpf-Parkour!" rief Bobo und lachte. Miras kleine Beine liefen schnell, schnell. Randi war leicht wie ein Blattschatten.

Aber der Regenbogen schien sich die ganze Zeit zu bewegen. Wenn sie nahe kamen, hatte er sich weiter weggeschlichen.

"Er macht Witze mit uns", sagte Mira und lachte in ihren Bauch hinein.

Dann flog Nisse Eichelhäher vorbei und landete auf einem Ast. Eine blaue Feder an seinem Flügel blitzte auf.

"Sucht dort, wo sich die Sonne spiegelt", krächzte Nisse. "Dort spielen die Farben am besten."

Sie kletterten auf einen glatten Felsvorsprung. Dort lag eine große Pfütze, glänzend wie ein Spiegel. Die Sonne lugte zwischen Wolken hervor. Plötzlich tauchten die Farben in die Pfütze ein. Rot, gelb, grün, blau. Der Regenbogen wurde zu zwei, einer am Himmel und einer im Wasser.

"Oh!" sagten alle drei auf einmal.

Ende

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