Geschichtenbot
Pips großer Rutsch
In der Schneebucht leuchtete das Eis wie Glas. Pinguine zischten und rutschten, Bäuche wuschten, Flossen in der Luft. Sie stießen zusammen, rollten und tauchten kichernd auf.
Pip war der kleinste Pinguin in seiner Schar. Er hatte helle Augen und einen glänzenden Lieblingskieselstein, den er unter seinem Flügel versteckt hielt. Er rieb ihn, wenn sich sein Bauch wackelig anfühlte. Pip liebte es, den älteren Pinguinen zuzusehen, wie sie den Wusch-Hügel hinunterzischten, aber er fühlte sich unsicher wegen des Platsch-Tunnels am Ende. Es war ein schaumiger Bogen, wo kaltes Wasser Schnäbel kitzelte.
Eines frischen Morgens klatschte Kapitän Flosse in seine Flossen. "Pinguine! Heute ist die Große Bauchrutsch-Parade!" Alle jubelten. "Wir werden von der Spitze des Wusch-Hügels rutschen, durch den Platsch-Tunnel, und bei den Snack-Eimern landen!"
Momo, der alberne Pinguin, plusterte seine Brust auf. "Ich mache einen dreifachen Wackler!", sagte er und versuchte genau da einen. Er wankte und setzte sich mit einem Plumps hin. Alle lachten, sogar Momo.
"Komm üben, Pip", sagte die mutige Tika und stieß mit der Schulter gegen ihn. Sie watschelten zum Baby-Buckel, einem kleinen Abhang.
"Drei... zwei... eins...", flüsterte Pip. Er rutschte vorwärts. Wusch! Er glitt ein wenig, dann – bums! – PUFF! Er landete im weichen Schnee und trug einen frostigen Schnurrbart. Pip tauchte auf und grinste. "Das wollte ich so", zwitscherte er.
Sie versuchten es noch einmal. Tika lehrte ihn einen besonderen Atemzug. "Riech den Fisch... blase die Blasen..." Pip atmete tief ein und blies aus. Er rutschte diesmal etwas weiter, schneller. Am Platsch-Tunnel hielt er an. Tropf, tropf machte das Wasser. Pips Bauch wackelte. "Vielleicht später", sagte er.
Der Parademorgen kam hell und glänzend. Möwen riefen. Das Eis glitzerte. Pinguine reihten sich oben am Wusch-Hügel auf. Kapitän Flosse winkte. "Rutscher bereit!"
"WUSCH!" Tika ging zuerst, ein sauberer Streifen aus Schwarz und Weiß. Sie zischte mit einem Lachen durch den Platsch-Tunnel.
Momo folgte. Er machte einen großen Wackler und landete rückwärts in einer Wolke. "Ta-da!", rief er, seine Füße streckten sich wie kleine Ruder hoch.
Pip wartete. Sein Herz pochte. Er berührte seinen glänzenden Kieselstein unter seinem Flügel. Dann hörte er ein winziges Geräusch.
"Piep?" Ein kleines Küken namens Dot stand nahe am Rand. Dots Füße waren aufgepflanzt wie zwei winzige Eiswürfel. "Ich kann nicht", flüsterte Dot. "Der Tunnel wird meinen Schnabel vollspritzen."
Pips Bauch wackelte wieder, aber er vergaß sich selbst. Er watschelte hinüber. "Willst du mit mir rutschen?", fragte er. Seine Stimme war klein, aber fest.
Dot nickte, Augen groß und rund.
Pip steckte Dot unter einen Flügel und hielt seinen Kieselstein mit dem anderen. "Wir gehen zusammen", sagte er. "Wir zählen. Wir atmen. Wir wuschen."
Sie nahmen einen tiefen, nach Fisch riechenden Atemzug. "Riech den Fisch... blase die Blasen..." Pip lächelte Dot an. "Drei, zwei, eins... WUSCH!"
Hinunter flogen sie. Wind kitzelte ihre Federn. Das Eis sang ein schhhhh-Lied. Der Platsch-Tunnel sprühte. Kalte Tropfen tanzten auf ihren Schnäbeln.
Dot quietschte. Pip drückte Dots Flosse. "Wir schaffen das!", rief er. Ihr Lachen hüpfte durch den Tunnel – "hi-hi-hi" – wie glückliche Blasen.
Hinaus platzten sie in einem silbernen Sprühregen, Flossen hoch, Bäuche hell. PLATSCH! Sie landeten in einer weichen Wehe bei den Snack-Eimern. Fischige Gerüche wirbelten.
Die Menge jubelte. Tika tanzte. Kapitän Flosse salutierte. Momo kam spät an, drehte sich wie ein Kreisel und stieß in eine Schneewehe. "Das wollte ich so!", sagte er wieder mit einem Zwinkern.
Dot hüpfte. "Wir haben es geschafft!"
Pip blinzelte. Sein Bauch fühlte sich leicht und warm an. Er berührte seinen glänzenden Kieselstein. Er war immer noch klein, aber sein mutiges Gefühl war groß.
Tika stupste ihn an. "Noch eine Rutsche?"
Pip sah zum Wusch-Hügel hinauf. Er schien nicht so hoch. Er grinste. "Noch mal", sagte er. "Diesmal versuchen wir einen winzigen Wackler."
Sie kletterten zusammen, Flossen verhakt, und flüsterten die mutigen Worte: "Riech den Fisch... blase die Blasen... wusch."
Ende
