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Pip und Knopf

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Pip und Knopf

Unter einem Erdbeerbeet, wo die Blätter einen grünen Schirm bildeten, lebten zwei winzige Mäuse Seite an Seite. Pip war schnell und neugierig, mit Schnurrhaaren, die wie kleine Pinsel zuckten. Knopf war vorsichtig und freundlich, mit runden Ohren und einem weichen grauen Fell. Sie teilten Krümel, teilten Witze und teilten einen kleinen gelben Fingerhut als Sessel.

Eines hellen, windigen Morgens kam ihre Freundin Tilly, die Feldmaus, herbeigeeilt und quietschte: "Oh nein! Mein blaues Band!"

Tillys Band war besonders. Es war ein langer, himmelfarbener Streifen, den sie benutzte, um eine Schleife über ihren Bau zu binden, damit sie ihre Tür immer finden konnte. Ihre Oma hatte es ihr an dem Tag gegeben, als die wilden Blumen blühten.

"Wo ist es hin?", fragte Pip und stellte sich groß auf seine Zehenspitzen.

"Der Wind hat es mitgenommen", schniefte Tilly. "Es flog direkt über die Butterblumen."

Pip plusterte seine kleine Brust auf. "Wir holen es für dich!", sagte er.

Knopf spähte über die Wiese. Er konnte das Band flattern und tanzen sehen, wie es von Löwenzahn zu Löwenzahn hüpfte. Weit weg blinkte und platschte ein Bach. Knopfs Pfoten fühlten sich ein wenig wackelig an bei dem Gedanken an das Wasser, aber er drückte Tillys Pfote und nickte. "Wir bringen es nach Hause", sagte er leise.

Los gingen Pip und Knopf und huschten durch Gras, das nach Sonnenschein und Minze roch. Gänseblümchen-Babys nickten hallo. Ein Marienkäfer ritt einen Moment auf dem Band und flog dann mit einem winzigen roten Blitz davon. Bald erreichten sie den Bach, wo Wasser um glatte graue Steine kicherte. Das Band hatte sich an einem alten Stumpf auf der anderen Seite verfangen.

Pip hüpfte auf den ersten Stein. "Einfach!", rief er. Das Wasser spritzte an seine Zehen, und er lachte. Knopf holte tief Luft. Er trat auf den nächsten Stein. Er war kalt und rutschig, und das Wasser machte ein schhh-Geräusch, das seine Ohren kitzelte.

"Ich halte deine Pfote", sagte Pip. Er hielt fest, und Knopfs Wackeln wurde zu einem vorsichtigen Schlurfen.

Sie erreichten den letzten Stein, aber das Band war immer noch ein wenig zu weit weg. "Wenn wir nur ein Boot hätten", seufzte Pip.

Knopfs Augen leuchteten auf. Am Ufer lagen ein großes, glänzendes Blatt und ein kleiner Holzlöffel, den jemand in der Nähe der wilden Blumen fallen gelassen hatte. "Was ist mit einem Blattboot?", sagte er. "Wir können es mit Gras festbinden, damit wir nicht wegtreiben."

"Brillant, Knopf!", jubelte Pip.

Sie schoben das Blatt ins Wasser und banden ein langes, geflochtenes Grasseil an eine Wurzel. Pip benutzte den Löffel als Paddel. Wusch, wusch. Das Blatt glitt über den blubbernden Bach und machte winzige Ringe, die funkelten. Eine Libelle sauste vorbei und summte, als ob sie ihren Plan mochte.

"Fast da", flüsterte Knopf. Er streckte sich und griff das Band mit beiden Pfoten. Das Band war kühl und rutschig. Das Blatt wippte. Das Grasseil zog. "Hab es!"

Der Wind gab einen verspielten Stoß. Das Band bauschte sich wie eine kleine Flagge. "Halt dich fest!", rief Pip. Er paddelte hart, und Knopf schlang das Band sanft um seine Mitte, damit es nicht wieder wegflog. Zusammen huschten sie zurück zu den Steinen und purzelten ans Ufer, lachend und keuchend.

Sie eilten nach Hause, ruhten ab und zu aus, um das Band unter einen Kieselstein zu stecken oder es um eine Distel zu wickeln, damit die Brise es nicht wegtragen würde. Auf halbem Weg über die Wiese entdeckte Knopf eine Brombeere, glänzend und lila. "Für Mut", sagte er und brach sie entzwei. Sie saßen im weichen Gras und teilten den süßen Saft, lila Lächeln und alles.

Endlich erreichten sie Tillys Bau. Pip und Knopf hoben das Band hoch. "Speziallieferung!", verkündete Pip.

Tillys Augen wurden hell wie Tau. "Ihr habt es gefunden!", quietschte sie. Sie umarmte beide auf einmal, was ihre Schnurrhaare zusammenkitzeln ließ.

Sie banden das Band in einer ordentlichen Schleife über ihre Tür. Es flatterte fröhlich in der Brise, ein blaues Lächeln in der grünen Wiese.

"Wie habt ihr den Bach überquert?", fragte Tilly und goss Nusstee in winzige Eichelbecher.

"Knopf dachte an ein Boot", sagte Pip mit einem stolzen Grinsen zu seinem Freund. "Und wir paddelten zusammen."

Knopf errötete und tätschelte Pips Pfote. "Pip hielt meine Hand auf den Steinen", sagte er. "Das half mir, mutig zu sein."

Sie saßen auf der warmen Erde, nippten Tee und knabberten Honigkrümel. Das Band tanzte ein wenig über ihren Köpfen. Pip und Knopf lehnten sich zurück gegen die Erdbeerstiele, Pfoten berührend.

"Großer Bach", sagte Pip.

"Kleine Mäuse", sagte Knopf.

Sie lächelten beide. "Genau richtig für Freunde", sagten sie zusammen.

Ende

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