Geschichtenbot
Pip und der Komet
Pip schnappt die Schnallen ihres leuchtend roten Helms zu. Bop, ein silberner Roboter mit Löffelhänden, wackelt. Ihr kleines Raumschiff, Sprout, wartet mit Gummibärchen-Knöpfen, die leuchten.
"Bereit, Bop?", fragt Pip.
"Biep-biep! Bereit!", sagt Bop.
"Drei, zwei, eins... wusch!" Sprout hebt ab. Sitze werden federnd. Die Erde wird zu einer Murmel hinter ihnen.
Sie treiben an einer blaugrünen Welt vorbei, einem roten staubigen Ball und einem langen, gestreiften Riesen mit einem glänzenden Ring wie ein Hula-Hoop-Reifen.
Pip späht durch das runde Fenster. Der Weltraum ist weit und still. Farbwirbel puffen wie Farbe. Da zirpt das Radio.
"Hallo?", sagt Pip.
"Hilfe", flüstert eine winzige Stimme. "Ich bin Glim. Mein Komet steckt in den Ringfelsen fest. Er hat Angst."
Pip tippt auf einen Gummibärchen-Knopf. "Wir kommen, Glim."
Sie folgen dem Schimmer des Rings. Kieselsteine klicken und pingen wie kleine Glocken. Glim schwebt über einem winzigen blattförmigen Schiff. Glim ist lindgrün und leuchtet, mit drei hellen Augen und einem Lächeln, das wackelt.
"Da!", zeigt Bop mit einer Löffelhand. Ein kleiner Komet zerrt und zittert. Er ist in eine Schleife aus Felsen gewickelt, wie ein Welpe, der sich in einer Leine verheddert hat. Ein sanftes Zischen kommt von seinem Schweif.
"Hallo, Komet", sagt Pip leise. "Wir werden helfen."
"Bop, Blasennetz", sagt Pip.
Bop öffnet eine Luke. Ein Netz aus Blasen blüht heraus, rund und sanft.
Pip lenkt Sprout näher. Ping, ping. Kleine Steine tippen gegen die Seiten. Pip richtet das Netz aus.
"Vorsichtig", flüstert Pip. "Fast... jetzt!"
Schwupps! Das Blasennetz rutscht unter den Kometen. Die Schleife aus Felsen gleitet weg. Der Komet zappelt sich frei.
"Juhu!", singt Glim und klatscht. Der Komet saust in einem glücklichen Kreis und kuschelt sich dann in die weichen Blasen. Sein Schweif streut kühle Funken, die wie Schneeflocken aus Zucker treiben.
Pip tätschelt das Fenster. "Du bist in Sicherheit."
Bop lacht: "Biep-biep-hurra!"
Glim gleitet nah heran und winkt. "Danke. Er versuchte, durch den Ring zu zischen. Der Ring sagte nein."
"Ringe sind knifflig", sagt Pip. "Lass uns deinen Kometen an dem geschäftigen Teil vorbei bringen."
Sie fliegen zusammen, Sprout summt. Glims kleines Schiff wippt wie ein Glühwürmchen. Der Ring wird dünn. Weiter, offener Weltraum wartet, hell und ruhig.
Pip lockert das Blasennetz. Der Komet macht ein tiefes Atemgeräusch. Ffffft. Er späht zurück zu Pip.
"Er kann jetzt gehen", sagt Glim. "Geh weiter, Hell-Schweif!"
Der Komet schnippt seinen Schweif und segelt davon, hinterlässt ein träges Nebelband.
Glim drückt einen winzigen Kieselstein in Pips Handschuh. Er leuchtet warm, die Farbe von Limonade. "Für dich", sagt Glim. "Ein Hallo-Stein. Er leuchtet auf, wenn Freunde in der Nähe sind."
"Danke", sagt Pip. "Wir werden wieder besuchen."
Sie teilen alle knusprige Weltraumkräcker. Bop balanciert drei auf einmal. Krümel schweben und drehen sich. Pip kichert und fängt sie mit einer Serviette.
"Es ist Zeit, nach Hause zu gehen", sagt Pip. Sprout dreht sich, glatt und sicher.
Sie passieren die wirbelnden Farbwolken und den gestreiften Riesen. Glim winkt, bis das Leuchten klein ist wie ein Glühwürmchen weit weg.
Zurück in ihrem gemütlichsten Sitz steckt Pip den Hallo-Stein ans Fenster. Er scheint sanft.
"Was werden wir als Nächstes helfen?", fragt Bop.
Pip lächelt. "Wir werden sehen."
Sprout summt eine Art Wiegenlied. Der Weltraum ist weit. Abenteuer warten, und Pip und Bop sind bereit.
Ende
