Peter im Blaubeerland
Es war Mutters Geburtstag. Peter wollte ihr ein besonderes Geschenk bringen. Er nahm sein kleines Körbchen und ging in den stillen Wald. Er schaute unter Blättern. Er schaute neben das Moos. Aber es gab überhaupt keine Beeren.
„Ich muss welche finden", flüsterte Peter. „Mutter liebt Blaubeeren." Eine Träne rollte seine Wange hinunter.
Gerade da lugte ein winziger Mann in einem blauen Mantel hinter einem Farn hervor. Sein Hut hatte die Form einer Blaubeere. Er verbeugte sich sehr tief. „Ich bin der König des Blaubeerlandes", sagte er freundlich. „Warum bist du so traurig, kleiner Junge?"
„Ich kann keine Beeren für Mutters Geburtstag finden", sagte Peter.
„Ah", sagte der König. „Die Beeren verstecken sich. Lass mich helfen." Er berührte Peter mit einem schlanken Zweig. Im Nu war Peter nicht größer als ein Fliegenpilz!
Der Wald wurde riesig und großartig. Das Moos wurde ein weicher grüner Teppich. Blaubeerkinder mit runden blauen Mützen und ordentlichen blauen Jacken lugten unter glänzenden Blättern hervor. Sie kicherten und winkten. „Wir haben die Beeren sicher gehalten", sagten sie ihm. „Jetzt werden wir sie dir zeigen."
Peter folgte dem Blaubeerkönig und den Blaubeerkindern. Wohin er auch schaute, sah er pralle, dunkelblaue Beeren, die unter den grünen Blättern versteckt waren. Die kleinen Leute pflückten sanft und sangen leise Waldlieder. „Pflücke mit Sorgfalt", sagten sie. „Lass einige für die Vögel und die Bären."
Peter pflückte und pflückte. Sein kleines Körbchen füllte sich. Dann füllte sich ein weiteres kleines Körbchen. Bald gab es Haufen von Beeren, kühl und süß.
„Du warst sehr hilfreich", sagte der König. „Deine Mutter würde auch rote Preiselbeeren mögen. Sollen wir meine liebe Freundin besuchen, die Königin des Preiselbeer landes?"
„Ja, bitte!", sagte Peter.
Sie gingen über silbriges Moos und an winzigen Baumwurzeln vorbei wie Brücken. Endlich kamen sie zu einem sonnigen Fleck, hell wie ein Lächeln. Heraus trat die Preiselbeerkönig in einem glänzenden roten Kleid mit einer Krone wie eine purpurrote Beere. Um sie herum tanzten fröhliche Preiselbeer kinder in roten Mützen.
„Willkommen, Peter", sagte die Königin. „Lass uns unsere Beeren für deine Mutter sammeln."
Die Preiselbeer kinder breiteten sich aus wie kleine Lichtfunken. Sie zeigten Peter die glänzenden roten Beeren, die unter ihren Blättern leuchteten. Zusammen füllten sie mehr Körbchen. Die Königin flocht einen Kranz aus grünen Zweigen und roten Beeren. „Ein Geburtstagskranz", sagte sie. „Für jemanden, den du liebst."
Peters Herz fühlte sich warm an. „Danke", sagte er.
Nun waren die Körbchen voll – blau und rot, die Farben des Waldes. Der Blaubeerkönig lächelte. „Es ist Zeit für dich, nach Hause zu gehen." Er hob seinen Zweig wieder und berührte Peters Schulter.
Im Nu war Peter seine eigene Größe. Er stand am Waldweg mit seinem großen Korb, randvoll mit Blaubeeren und Preiselbeeren. Der Beerenkranz lag obenauf, frisch und hell. Die winzigen Leute waren so sanft davongeschlüpft wie Tau.
Peter eilte nach Hause. „Mutter! Mutter!", rief er.
Mutter öffnete die Tür. Ihre Augen leuchteten. „Peter! Was für eine wunderbare Geburtstagsüberraschung!"
Peter stellte den Korb auf den Tisch und legte den Kranz in Mutters Hände. „Waldfreunde haben mir geholfen", sagte er, und er lächelte ein geheimes Lächeln.
An diesem Abend aßen sie warme Pfannkuchen mit Beerenmarmelade. Mutter hängte den rot-grünen Kranz ins Fenster. Peter schaute zu den dunklen Bäumen hinaus und flüsterte: „Danke, Blaubeerkönig. Danke, Königin des Preiselbeer landes."
Weit entfernt, im stillen Wald, raschelten die Blätter, als hätte sich jemand Kleines und Glückliches verbeugt und gewinkt.











