Geschichtenbot
Mondscheinwiese
Der Mond ging auf wie eine silberne Münze und schien über eine ruhige Wiese. Gras wogte, und Blumen blinzelten mit Tau. Pip der Igel erwachte in seinem gemütlichen Nest. Er liebte die Nacht und ihre leisen Geräusche, das Rascheln der Blätter und das Flüstern des Baches zu hören.
Ein winziges Leuchten tanzte in der Nähe einer Butterblume, flackernd wie ein schüchternes Blinzeln. Es war Luma das Glühwürmchen, ihr Licht schwach und müde. 'Ich kann meinen Weidenbaum nicht finden', sagte sie. 'Mein Licht ist schwach. Die Nacht fühlt sich groß an.'
Pips kleines Herz fühlte sich groß an. 'Wir können helfen', sagte er. 'Freunde machen die Nacht sanft.' Er tapste den Pfad entlang und rief nach Nib dem Kaninchen. Nib tauchte aus einem Bau auf, seine langen Ohren standen hoch und seine Schnurrhaare zuckten. Er war schnell und freundlich.
Olive die Eule hootete von einem krummen Ast. Ihre Flügel waren weich, ihre Augen weit und hell. Sie konnte im Dunkeln weit sehen. Am Bach hob Tully die Schildkröte seinen glatten Panzer. Er bewegte sich langsam, aber er war stark und beständig. Er lächelte ein warmes, langsames Lächeln.
Pip erzählte ihnen den Plan. 'Wir werden einen Mondscheinpfad machen. Wir werden einen Weg machen, der leuchtet. Luma kann ihm nach Hause folgen.' Nib hüpfte zur Wiese und sammelte blasse Blütenblätter, weiche Blumenstücke. Er fand weiße Gänseblümchen und cremigen Klee. Er machte einen Korb voller Blüten.
Tully glitt zum Bach, wo das Wasser winzige Wellen schlug. Mit seinen vorsichtigen Füßen suchte er glatte Kieselsteine aus – kleine Steine, manche grau, manche perlhell. Pip suchte nach glänzenden Eichelhüten und fand sie in der Nähe einer alten Eiche. Die kleinen Hüte zwinkerten im Mondlicht. Olive flog hoch, hoch, hoch und beobachtete die Weide, die am Wasser wogte. Sie konnte den Weg von oben weisen.
Zusammen legten sie den Pfad. Kieselstein, Blütenblatt, Eichelhut. Kieselstein, Blütenblatt, Hut. Es machte ein sanftes Muster, einen weichen Schimmer. Das Mondlicht küsste jedes Stück. Der Pfad begann zu leuchten. Luma schwebte über dem Start. Ihr winziges Licht blinkte. Blink, blink. Sie folgte dem leuchtenden Weg.
Sie gingen langsam, niemals eilend. Nib summte ein süßes Lied. Pip flüsterte neue Worte. 'Glimmer', sagte er. 'Schimmer', sagte er. Luma lächelte über die hübschen Klänge. Tully hielt den Pfad ordentlich und treu. Olive flog in glatten Kreisen, ihr Schatten wie eine leise geflügelte Wolke.
Schließlich winkte der Weidenbaum mit seinen langen grünen Armen. Es war Lumas Zuhause! Dutzende von Glühwürmchen schwebten dort und machten kleine Sterne in den Blättern. Sie blinkten Hallo, dann blinkten sie gute Nacht. Lumas Licht wurde ein wenig heller. 'Danke', sagte sie. 'Eure kleinen Lichter haben ein großes Licht gemacht.'
Die Freunde fühlten sich warm und stolz. Die Wiese fühlte sich ruhig und sicher an. Nib gähnte ein großes Kaninchengähnen. Tully steckte seinen Kopf in seinen Panzer. Olive ließ sich auf ihrem Ast nieder. Pip rollte sich zu einem winzigen Ball zusammen und spürte das weiche Moos unter sich. Er beobachtete den Mond, wie er langsam und freundlich segelte.
Der Bach flüsterte. Das Gras seufzte. Die Blütenblätter ruhten. Die Kieselsteine leuchteten ein letztes sanftes Leuchten. Pip schloss die Augen. 'Gute Nacht, Wiese. Gute Nacht, Mond', dachte er. Und die Mondscheinwiese schlief.
Ende
