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Mein Freund Toby

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Mein Freund Toby

Lily hatte hellrote Stiefel und einen Rucksack, der wie eine Erdbeere geformt war. Ihr Hund, Toby, war weich und goldfarben, mit Ohren, die wie warme Pfannkuchen schlappten, und einem Schwanz, der die Luft mit fröhlichem Wedeln bemalte. Wenn Lily tapp-tapp den Gehweg entlangging, ging Toby tapp-tapp neben ihr und blieb dicht bei ihr wie ein freundlicher, pelziger Schatten.

„Bereit für den Markt?“, fragte Papa und klimperte mit seinen Schlüsseln.

„Bereit!“, sagte Lily. Toby gab ein kleines Wuff von sich und saß stolz da. Er trug sein blaues Halstuch für besondere Ausflüge.

Der Bauernmarkt war geschäftig und hell. Zelte flatterten, Musik funkelte, und die Luft roch nach warmem Brot und süßen Pfirsichen. Lily winkte der Blumenfrau zu. Toby schnüffelte an gebackenen Kuchen und nickte einem kleinen Hund mit gepunktetem Mantel ein Hallo zu. Die Leute lächelten Toby an; er ging mit so sanften Pfoten und höflichen Augen.

„Bleib bei mir“, flüsterte Lily und tätschelte Tobys Rücken. Toby lehnte sich an ihr Bein. Das tat er immer.

Papa zeigte auf einen Tisch mit knackigen Karotten und runden Tomaten. „Wir holen diese“, sagte er. „Lily, du und Toby könnt euch die Sonnenblumen genau hier ansehen.“ Er zeigte ihnen ein großes Beet mit hellgelben Blumen, wie eine Reihe sonniger Gesichter.

Lily machte einen Schritt nach links. Eine Seifenblase schwebte vorbei, schimmernd in allen Farben eines Seifenregenbogens. Sie machte zwei Schritte, dann drei. Die Seifenblase tanzte auf und ab.

Plopp!

Lily blinzelte. Die Seifenblase war weg. Sie drehte sich um und schaute nach oben. Die Menge fühlte sich groß an, wie ein Wald aus Beinen. Sie konnte Papas blaue Mütze nicht sehen. Ihr Bauch machte einen kleinen Salto.

„Toby?“, sagte Lily, ganz klein.

Toby war schon da, warm und fest an ihrer Seite. Er saß und sah sie mit ruhigen braunen Augen an, als wollte er sagen: Ich bin hier.

„Lass uns Papa finden“, sagte Lily. Ihre Stimme war ein klein wenig wackelig.

Toby stand auf. Er schnüffelte mit seiner klugen Nase die Luft, dann schaute er nach links, dann nach rechts. Er zog nicht. Er machte einen vorsichtigen Schritt und wartete. Lily legte ihre Hand auf sein blaues Halstuch und nahm einen mutigen Atemzug.

Zusammen bewegten sie sich durch den Markt, langsam und sicher. Toby machte kleine Pfade zwischen den Menschen, wie ein Boot in einem belebten Teich. Er hielt an einer Pfütze an, damit Lily darum herumgehen konnte. Er pausierte an einem Stapel grüner Äpfel und ging dann auf Zehenspitzen, damit der Turm nicht umfiel. Er blickte immer wieder zurück – Bist du bei mir? – und Lily nickte – Ja, bin ich.

Sie kamen an einer blauen Dame vorbei, die Geige spielte. Sie kamen an einem Stand mit Honiggläsern vorbei, die wie winzige Sonnen leuchteten. Tobys Nase zuckte. Er schaute zu einem Ort, wo die Luft nach Papas Seife roch, und hörte ein vertrautes Klimpern.

Er beeilte sich ein wenig und blieb dann stehen, wedelnd wie ein kleiner Besen. Da waren Papas Schuhe – gelb mit Sonnenblumen-Schnürsenkeln. Toby gab ein glückliches Schnaufen von sich.

„Lily! Toby!“ Papa kniete sich hin und schloss sie in eine Umarmung. „Da seid ihr ja!“

Lily drückte ihr Gesicht in Papas Hemd. „Toby hat mir geholfen“, sagte sie. „Er ist geblieben.“

Papa kraulte Tobys Ohren. „Guter Freund“, sagte er. Toby schloss die Augen und lehnte sich in das Kraulen, zufrieden von der Nase bis zum Schwanz.

Sie beendeten den Einkauf zusammen. Lily suchte die längste Karotte aus. Toby schnüffelte daran und wedelte. Ein kleiner Junge mit einem grünen Hut ging vorbei und schniefte. „Mein Hase“, flüsterte der Junge. „Ich habe ihn fallen lassen.“

Tobys Ohren stellten sich auf. Er trabte zum Traubentisch und hockte sich dann tief hin. Unter der Kante lugte ein weiches graues Ohr hervor. Toby nahm vorsichtig den ausgestopften Hasen und legte ihn vor die Füße des Jungen.

„Mein Hase!“, lachte der Junge. „Danke, Hund!“

Toby wedelte einmal, als wollte er sagen: Gern geschehen.

Auf einer sonnigen Bank breitete Papa ein kleines Picknick aus. Lily biss in einen Pfirsich. Der Saft lief ihr Kinn hinunter. Toby legte seinen Kopf auf ihr Knie und blinzelte langsame, glückliche Blinzler.

„Du bist mein Freund, Toby“, sagte Lily. „Du bleibst, und ich bleibe.“

Tobys Schwanz klopfte, weich und sicher. Das war das Beste an Toby. Er brauchte nicht viele Worte. Er blieb. Er hörte zu. Er führte, wenn Lily sich klein fühlte, und folgte, wenn sie sich mutig fühlte.

Auf dem Heimweg teilte Lily kleine Karottenmünzen mit Toby – knusper, knusper. Der Gehweg leuchtete warm. Toby trabte dicht neben ihr, beständig wie Sonnenschein. Und Lily wusste, dass, wohin auch immer ihr Tag wanderte – vorbei an Seifenblasen, Blumen und geschäftigen, geschäftigen Menschen – Toby genau dort sein würde, ein sanfter, goldener Schatten mit einem hellblauen Halstuch und einem Herzen, das immer sagte: Ich bin hier.

Ende

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