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Gus der Bus

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Gus der Bus

Mina wartete an der Ecke mit ihrem hellroten Rucksack. Der Morgen roch nach Toast, und der Gehweg war warm von der Sonne. Sie konnte etwas weit entfernt brumm-brumm, zisch und psshh machen hören.

Um die Kurve kam ein fröhlicher gelber Bus mit einem breiten, glänzenden Lächeln als Kühlergrill. Seine Türen öffneten sich mit einem Wusch wie ein Vorhang. Vorne war ein kleines Schild, auf dem stand: Route 5.

"Guten Morgen!", rief die Fahrerin. Sie trug einen gepunkteten Schal und hatte ein Lachen wie eine Glocke. "Ich bin Fahrerin Dot. Steig ein, steig ein!"

Mina kletterte die Stufen hoch. Der Bus roch ein wenig nach Buntstiften und Bananenbrot. Die Sitze waren weich und blau. Große Fenster zeigten die ganze geschäftige Stadt.

"Erste Fahrt?", fragte Fahrerin Dot.

Mina nickte. "Ja. Ich fahre zur Kiefernstraßen-Schule."

"Perfekt", sagte Fahrerin Dot. "Wenn es deine Haltestelle ist, drück den gelben Knopf, um ein Ding zu machen. Busse lieben ein gutes Ding."

Gus der Bus rumpelte vorwärts. Die Räder machten holper-di-polter über einen Riss, und Mina kicherte. Draußen öffnete ein Bäcker seinen Laden, und warme Brotgerüche schlüpften durch die Tür hinein. Ein Gärtner stieg mit einem Korb Tulpen ein, die wie kleine Becher aussahen. Ein verschlafener Papa hielt ein Baby, das blinzelte und winkte.

"Nächster Halt: Ahorn-Markt!", sang Fahrerin Dot.

Ding! Jemand drückte den Knopf. Der Bus wurde langsamer wie eine Verbeugung. Eine Dame mit einem grünen Hut stieg aus, und ein Junge mit einem Skateboard stieg ein.

Mina beobachtete alles. Ein gefleckter Hund drückte seine Nase gegen das Fenster und machte einen nebligen Kreis. Eine Reihe Enten überquerte die Straße, und Fahrerin Dot tippte so sanft auf die Bremsen, dass selbst die Tulpen nicht wackelten.

"Quak-quak", flüsterte Mina.

Gus der Bus summte glücklich. Die Sitze waren wie eine kleine Nachbarschaft auf Rädern. Leute fuhren für ein paar Haltestellen mit, dann winkten sie zum Abschied. Der Bus merkte sich den Weg.

An der Ulmenallee entdeckte Mina etwas unter dem Sitz gegenüber von ihr. Es war weich und grau, mit einem Schlappohr. Sie beugte sich hinunter und hob es auf. Es war ein kleiner ausgestopfter Hase mit einer Stupsnase und einem Band, auf dem in winzigen Buchstaben "Knopf" stand.

"Fahrerin Dot", sagte Mina und stand auf. "Jemand hat einen Hasen verloren."

Fahrerin Dot blickte in den Spiegel. "Oh! Lass uns Knopf sicher aufbewahren, bis wir finden, wer eine Umarmung braucht", sagte sie. Sie setzte den Hasen vorsichtig auf das Armaturenbrett, wo er herausschauen konnte und keine Angst haben musste.

Sie rollten weiter. Die Stadt glitt in Farben und Geräuschen vorbei: ein Straßenmusiker, der eine fröhliche Melodie spielte, ein Schülerlotse, der ein helles orangefarbenes Schild schwenkte, eine Katze, die sich auf einer sonnigen Stufe streckte.

An der nächsten Haltestelle kletterte ein Junge mit lockigen Haaren und großen Augen mit seiner Oma ein. Er schaute sich überall um, besorgt.

"Willkommen an Bord!", sagte Fahrerin Dot.

"Habt ihr einen Hasen gesehen?", fragte der Junge. "Mein Hase heißt Knopf, und er ist gefallen, und ich kann ihn nicht finden!"

Minas Herz machte einen kleinen Hüpfer. Sie drückte den gelben Knopf. Ding!

Fahrerin Dot lächelte. "Das ist ein ordentliches Ding. Kleine Fahrerin, möchtest du die Ehre übernehmen?"

Mina trug Knopf vorsichtig, wie einen winzigen Schatz, den Gang hinunter. "Ist das dein Hase?", fragte sie.

Das Gesicht des Jungen wurde hell wie eine Zitrone. "Knopf!", sagte er und umarmte das Spielzeug. "Danke!"

Jeder in der Nähe klatschte leise, sogar das verschlafene Baby. Der Gärtner hielt eine Tulpe hoch wie eine Flagge. Der Bus gab ein zufriedenes Schnurren von sich.

"Busse transportieren Menschen", sagte Fahrerin Dot. "Und manchmal transportieren sie auch Geschichten."

Mina lehnte sich zurück, warm und stolz. Der Bus bog um eine Ecke. Der Bäckereigeruch kam wieder. Eine kleine Brise kitzelte ihre Nase. Sie schaute auf die Karte über den Fenstern. Noch eine Haltestelle, dann Kiefernstraße.

"Nächster Halt: Kiefernstraßen-Schule!", sang Fahrerin Dot.

Mina tastete nach dem gelben Knopf. Sie wartete. Der Schulspielplatz blitzte in Sicht, hell und hüpfend mit Schaukeln und Kreidezeichnungen. Mina drückte den Knopf. Ding!

Gus der Bus verlangsamte zu einem sanften Halt. Die Türen öffneten sich mit einem freundlichen Wusch.

"Danke, Gus. Danke, Fahrerin Dot", sagte Mina, als sie hinunterkletterte.

"Wir sehen uns heute Nachmittag", sagte Fahrerin Dot und tippte an ihren gepunkteten Schal. "Gleiche Route, gleiches Lächeln."

Mina winkte. Der Bus rumpelte davon, voll mit Menschen und Tulpen und einem glücklichen Hasen. Die Straße fühlte sich an, als würde sie ein kleines Buslied summen.

Mina ging auf das Schultor zu und dachte an Dings und Enten und Fenster und wie ein Bus ein Freund sein konnte, der rollte.

Sie konnte es kaum erwarten, wieder zu fahren.

Ende

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