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Die verschwundene Pfeife

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Die verschwundene Pfeife

Es war ein heller, geschäftiger Morgen am Sonnenbahnhof. Der rot-goldene Zug, Pfeifhell, summte sanft auf den Gleisen. Lokomotive Bo paufte winzige freundliche Wolken, als Leute Plätze fanden und winkten.

Schaffnerin Dot tätschelte ihre Weste, ihre Taschen, ihren Hut und ihren großen blauen Mantel. "Oje", sagte sie. "Meine silberne Pfeife ist weg! Wir können ohne sie nicht starten."

Pip, ein kleiner Detektiv mit hellen Augen und einem gestreiften Schal, hüpfte von der Stufe. "Keine Sorge", sagte Pip. "Ich liebe Geheimnisse. Wir werden sie finden!"

Pip kauerte sich bei einem Stapel Apfelkisten hin. "Schau! Krümel!" Eine ordentliche kleine Spur von Kräcker-Krümeln verlief im Zickzack vom Bahnsteig in den Snack-Waggon.

"Hinweis Nummer eins", sagte Pip. "Krümel, die irgendwohin führen."

Im Snack-Waggon glänzten Löffel wie kleine Spiegel. Zuckerstaub funkelte auf der Theke. Eine Serviette lag in der Mitte mit einer Buntstiftzeichnung einer langen glänzenden Pfeife und dem Wort "Tut?" darunter.

Schaffnerin Dot tippte auf die Serviette. "Jemand dachte über Pfeifen nach." Sie spähte näher. "Und jemand hatte klebrige Marmeladenfinger." An der Ecke der Serviette war ein winziger Pfotenabdruck, lila mit Blaubeermarmelade.

Pip grinste. "Hinweis Nummer zwei: Marmeladenpfoten! Lass uns dem Klebrigen folgen."

Sie schauten nach unten. Kleine lila Abdrücke punkteten den Boden und verschwanden in den Lese-Waggon. Drinnen waren Bücher gemütlich in Reihen. Ein Bilderbuch lag offen auf einem Sitz. Ein Aufkleber eines Fuchses lugte von der Seite, und ein weiches orangefarbenes Haar klammerte sich an das Kissen.

"Hinweis Nummer drei", flüsterte Pip. "Orangefarbenes Fell." Schaffnerin Dot lächelte. "Und ein gutes Buch über Füchse!"

Sie lauschten. Irgendwo voraus kam ein winziges, wackeliges Geräusch. "Fih... fih..." Es war kein großes Zug-Tut. Es war ein kleines!

Pip tippte einen Finger an ihre Lippen. "Pst. Hörst du das? Hinweis Nummer vier: kleine Tuts!" Sie folgten dem Geräusch in den Gepäck-Waggon, wo Kisten Etiketten trugen und Hüte in ordentlichen Stapeln saßen.

Eine Kiste auf dem Boden wackelte. Sie sagte SOCKEN UND FÄUSTLINGE. Ein silbernes Band baumelte vom Deckel und fing das Licht.

Pip hob sanft den Deckel. Drinnen saß ein Fuchswelpe mit hellen Augen und großen, weichen Ohren. Er trug einen Schaffnerhut, der ihm bis zur Nase rutschte. Zwischen seinen vorsichtigen Pfoten hielt er die glänzende Pfeife.

"Tut?", sagte er in einem hoffnungsvollen Flüstern.

"Hallo", sagte Pip lächelnd. "Ich bin Pip. Wie ist dein Name?"

"Ich bin Finn", sagte der Fuchswelpe. "Ich wollte üben, ein Schaffner zu sein. Ich malte das Bild, um bitte zu sagen, aber dann war der Zug so aufregend, dass ich vergaß zu fragen." Er schaute nach unten und umarmte die Pfeife wie einen Schatz.

Schaffnerin Dot kniete neben der Kiste. Ihre Augen waren freundlich. "Finn, du hältst sie sehr sanft. Wir brauchen das große Tut, um die Reise zu beginnen. Hilfst du uns, indem du sie zurückgibst?"

Finns Ohren spitzten sich. "Ich kann helfen?" Er reichte die Pfeife mit beiden Pfoten hoch.

Schaffnerin Dot stand auf, nahm einen tiefen Atemzug und blies. "TUUUU-TUT!" Lokomotive Bo zitterte vor Freude. Passagiere jubelten. Finns Hut rutschte über seine Augen, und er kicherte.

Pip schaute sich im Waggon um. "Ich habe eine Idee." Sie nahmen einen sauberen Papiersnackbecher, schnitten ein kleines Loch, banden eine Schnur aus Garn daran und machten eine winzige Spielzeugpfeife. "Hier, Finn. Du kannst mitspielen."

Finn probierte es. "Fihhh!" Das Geräusch war klein und glücklich. Jeder lachte.

Zurück auf dem Bahnsteig winkte Schaffnerin Dot die grüne Flagge. "Alles einsteigen!" Pip und Finn kletterten in den ersten Waggon. Pfeifhell rollte an Gärten vorbei, an Teichen mit Enten und Feldern, die mit gelben Blumen gesprenkelt waren.

"Geheimnis gelöst", sagte Schaffnerin Dot. "Was waren unsere Hinweise?"

Pip zählte an ihren Fingern. "Krümel, eine Pfeifenzeichnung, Marmeladenpfoten, orangefarbenes Fell und winzige Tuts." Finn nickte. "Und eine hilfreiche Kiste mit Socken", fügte er hinzu.

An jedem kleinen Bahnhof blies Schaffnerin Dot die silberne Pfeife. Finn tutete seine papierne. Lokomotive Bo antwortete mit einem großen Schnaufen, und Passagiere machten ihre eigenen albernen Tuts mit ihren Lippen.

Die verschwundene Pfeife war nicht länger verschwunden, und Pfeifhell sang ihr glückliches Lied die Gleise hinunter – Waggon für Waggon, Hinweis für Hinweis, Schnaufen für fröhliches Schnaufen.

Ende

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