iStorieziStoriez
Die Hut-Hütte

Elsa Beskow

Die Hut-Hütte

Einst lebte eine Mutter mit ihren drei lebhaften Jungen in einer kleinen roten Hütte am Wald. Sie arbeitete jeden Tag hart – kochte, wusch und flickte – und sie hoffte, ihre Jungen würden lernen zu helfen.

Eines Morgens sagte die Mutter: "Ich muss in die Stadt gehen. Seid brav, während ich weg bin. Fegt den Boden, holt Wasser und rührt die Streichhölzer nicht an. Versprecht es mir."

"Wir versprechen es", sagten die Jungen. Sie sahen ihrer Mutter nach, wie sie mit ihrem Korb am Arm die Straße hinunterging.

Zuerst versuchten die Jungen zu helfen. Sie hielten den Besen, trugen den Eimer, aber bald fingen sie an zu spielen. "Ich habe Hunger", sagte der Jüngste. "Lasst uns Haferbrei machen!", sagte der Mittlere. "Ich kann den Ofen anzünden", sagte der Älteste, und er nahm ein Streichholz.

Schnapp! machte das Streichholz. Wusch! machte eine Flamme. Sie knabberte am Strohbesen, dann am Vorhang. "Oh nein!", schrien die Jungen. Sie rannten nach Wasser, aber das Feuer knisterte und wuchs. Die kleine rote Hütte brannte und brannte, bis nur ein dunkler Haufen und der hohe Schornstein übrig waren. Die Jungen standen im Hof und schluchzten. "Was wird Mutter sagen? Wo werden wir leben?"

Aus dem Wald traten drei kleine alte Männer in spitzen Mützen. Ihre Augen waren hell und freundlich, aber ihre Stimmen waren fest. "Ihr habt mit Feuer gespielt, als euch gesagt wurde, es nicht zu tun", sagte der erste.

"Jetzt müsst ihr lernen, aufzupassen", sagte der zweite.

"Kommt mit uns", sagte der dritte, und sie führten die Jungen einen moosigen Pfad entlang zu einem gemütlichen, verborgenen Haus.

Die Tage, die folgten, waren geschäftig. Die kleinen alten Männer lehrten die Jungen, wie man richtig hilft. "Fegt aus den Ecken", sagten sie und zeigten den Jungen, wie man jedes Stäubchen sammelt. "Tragt Wasser, ohne zu verschütten", sagten sie, und die Jungen lernten, langsam und stetig mit dem Eimer zu gehen. Sie schrubbten Töpfe, bis sie glänzten, und wuschen Kleidung, bis sie sauber war und gut roch.

In der Küche maßen sie Hafer ab, rührten sanft um und beobachteten die Flamme. "Ein kleines Feuer ist dein Freund", sagte der erste kleine Mann. "Zu viel Feuer ist Ärger", sagte der zweite. "Achtet auf eure Streichhölzer", sagte der dritte. Die Jungen hörten zu. Sie arbeiteten hart. Ihre Hände wurden geschickt und vorsichtig. Jeden Abend waren sie müde, aber stolz.

In der Zwischenzeit kam die Mutter nach Hause und fand nur Asche. Sie rang ihre Hände und weinte. "Wo sind meine Jungen? Wo ist unser Zuhause?", rief sie. Genau dann erschienen die drei kleinen alten Männer am Rande der Lichtung. "Hab keine Angst", sagten sie. "Komm mit uns."

Sie führten sie den moosigen Pfad entlang zum verborgenen Haus. Dort sah sie ihre drei Jungen, fegend, rührend und lächelnd mit strahlenden, sauberen Gesichtern. "Mutter!", riefen sie und rannten in ihre Arme. "Es tut uns leid. Wir werden nie wieder mit Streichhölzern spielen. Wir haben gelernt zu helfen!"

Die kleinen alten Männer nickten. "Sie haben gut gelernt", sagten sie. "Nun lasst uns euch ein neues, sicheres Zuhause bauen."

Sie arbeiteten alle zusammen. Die Jungen holten gerade Stämme und glatte Bretter. Die Mutter pflanzte Geranien für die Fensterbänke. Die kleinen alten Männer hämmerten und passten an. Endlich hoben sie ein schlaues Dach, das sie gemacht hatten – ein rundes, breites, lachendes Dach, das genau wie ein großer Hut aussah, der auf die Wände gesetzt war. Die Krempe bildete eine ordentliche Dachtraufe, und der Schornstein stand auf wie eine Feder.

"Da!", sagte der erste. "Ein starkes Haus."

"Ein gemütliches Haus", sagte der zweite.

"Die Hut-Hütte", sagte der dritte, und alle klatschten.

Sie zogen an genau diesem Tag ein. Die Jungen deckten den Tisch, die Mutter rührte den Haferbrei, und eine kleine, stetige Flamme wärmte den Raum. Rauch kringelte sich aus dem Schornstein wie eine Federfahne.

"Danke", sagte die Mutter zu den kleinen alten Männern. "Wir werden es ordentlich und sicher halten."

Die Jungen nickten. "Wir werden jeden Tag helfen", versprachen sie. Und das taten sie. Manchmal, wenn der Wald still war, konnte man drei kleine Mützen zwischen den Bäumen sehen, und leise Stimmen konnte man sagen hören: "Achtet auf eure Streichhölzer. Helft mit euren Händen."

Ende

iStoriez

Ähnliche Geschichten

Mehr von Elsa Beskow

Alle anzeigen