Geschichtenbot
Der ehrliche Schuss
Es war ein heller Samstag auf dem Parkside Feld. Das Gras war kurz und kitzelig. Die Regenbogen-Raketen dehnten sich in ihren roten Trikots mit gelben Sternen. Eltern jubelten und winkten. Ein kleiner Hund wackelte an einer Leine.
Maya war die schnellste Rakete. Sie hatte schnelle Füße und ein Grinsen, das wuchs, wenn sie rannte. Jun liebte es zu passen. Nia lachte und hielt den Ball nah, als wäre er ein Freund. Theo bewachte das Tor mit langen Armen. Trainerin Lila klatschte und sagte: "Füße, Herz, Spaß!"
Auf der anderen Seite der weißen Linien standen die Grünen Tiger in gestreiftem Grün. Ihr Kapitän, Omar, wippte auf seinen Zehen. Schiri Sam blies in seine silberne Pfeife. Twieeeet! "Spiel läuft!", rief er.
Der Ball rollte zu Maya. Tipp tapp, dribbeln, schwingen. Jun rief: "Ich bin frei!" Maya passte. Nia stoppte. Die Raketen bewegten sich wie ein rotes Band. Sie erreichten das Tor. Maya kickte – wumm! Der Ball flog.
Dann – bup! – streifte er ihre Hand, als sie stolperte. Der Ball rollte ins Netz.
Alle jubelten. "Tor!", rief Theo. Mayas Wangen fühlten sich warm an. Sie schaute auf ihre Hand. Sie kannte die Regel. "Wir benutzen Füße, nicht Hände." Ihr Bauch fühlte sich wackelig an. Sie schaute zu Trainerin Lila. Die Augen der Trainerin waren ruhig und freundlich.
Maya stand auf. Sie ging zu Schiri Sam. Ihre Stimme war klein, aber klar. "Er hat meine Hand berührt", sagte sie.
Das Feld wurde still. Schiri Sam nickte. "Danke, dass du mir das erzählst", sagte er. Er zeigte mit seinem Arm. "Kein Tor. Freistoß für die Grünen Tiger."
Einige Leute machten: "Ohhh." Omar, der Tiger-Kapitän, lächelte Maya an. "Das war fair", sagte er. Trainerin Lila gab Maya ein High-Five. "Mutiges Spiel", sagte sie. Jun tätschelte ihre Schulter. "Wir stehen hinter dir", flüsterte er.
Das Spiel begann wieder. Die Raketen passten und passten. "Füße, Herz, Spaß!", rief Trainerin Lila. Maya fühlte das wackelige Gefühl davon schweben. Ihre Schritte fühlten sich leichter an, wie Seifenblasen.
Omar dribbelte schnell. Theo hechtete und parierte. Nia stahl den Ball mit einem Kichern. Jun machte einen weichen, schlauen Pass. "Maya!", rief er.
Maya rannte, aber dieses Mal beobachtete sie ihre Füße. Tipp tapp. Sie hielt Ausschau nach Nia. "Hier!", sagte Nia. Maya schickte den Ball rollend zu ihr wie ein Geschenk.
Nia kickte – wumm! Der Ball kurvte am Torwart vorbei und küsste das Netz. "Tor!", riefen alle. Der Spielstand war nun 1-1. Beide Teams klatschten für den hübschen Schuss.
Es war nicht mehr viel Zeit übrig. Die Sonne machte kleine Diamanten auf dem Gras. Die Raketen und Tiger keuchten und lächelten. Es fühlte sich an wie ein gutes Rennen.
Schiri Sam hielt seine Finger hoch. "Eine Minute!", rief er. Omar dribbelte, Jun blockte. Der Ball ploppte zu Maya. Sie konnte schießen. Sie konnte der Held sein.
Sie hob ihren Kopf. Sie sah Theo von hinten winken und Nia frei an der Seite. Maya grinste. "Team!", sagte sie zu sich selbst. Sie passte zu Nia, und Nia sauste ihn zu Jun.
Jun holte tief Luft und kickte. Der Ball stieß gegen den Pfosten – bonk! – und rollte entlang der Linie. Er ging nicht rein. Die Pfeife blies. Twieeeet!
Das Spiel war unentschieden. 1-1. Die Teams stellten sich auf und klatschten ab. "Gutes Spiel!", "Gutes Spiel!" Omar stieß Knöchel mit Maya an. "Ehrliches Spiel", sagte er. Maya stieß zurück an. "Danke", sagte sie.
Unter dem schattigen Baum verteilte Trainerin Lila Orangenscheiben. Saft tropfte und alle lachten. "Heute war mein Favorit", sagte Theo. "Meiner auch", sagte Jun. Nia nickte. "Dieser Pass war perfekt, Maya."
Maya nahm einen Bissen und schmeckte Sonnenschein. Drinnen fühlte sie sich ruhig und leicht. Ihre ehrlichen Worte waren wie ein guter Schuss gewesen – gerade und wahr. Sie schaute ihr Team an. Ihr Grinsen wurde so breit wie das Feld.
Ende
