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Das Walnuss-Boot

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Das Walnuss-Boot

Poppy und Sprig waren zwei winzige Mäuse, die in einem Fingerhut-Haus unter der Hecke wohnten. Poppy trug eine Schlaufe aus rotem Faden wie einen Schal. Sprig trug einen Bleistiftstummel bei sich, den er seinen Denkstock nannte.

Eines hellen Morgens nach einem sanften Regen roch der Garten nach Minze und Schlamm. Tropfen hingen am Gras wie kleine Fenster. Poppy und Sprig hatten eine Aufgabe zu erledigen. Sie hatten versprochen, Oma Schnurrhaar, die auf der anderen Seite des Weges wohnte, ein warmes, krümeliges Stück Maiskuchen zu bringen.

Aber der Weg war weg. An seiner Stelle breitete sich eine breite, glänzende Pfütze aus, so groß wie ein Teich für winzige Mäuse. Ein Ahornblatt trieb vorbei wie ein Boot. Auf der anderen Seite sah der Blumentopf, wo Oma Schnurrhaar lebte, weit, weit weg aus.

„Oh“, sagte Sprig und spähte auf das Wasser. „Das ist eine sehr große Pfütze.“

Poppy tippte an ihre Schnurrhaare. „Dann werden wir sehr mutig sein. Wir werden segeln.“

„Segeln?“, quiekte Sprig.

Poppy hielt eine halbe Walnussschale hoch, die sie für besondere Dinge aufbewahrte. „Unser Boot“, sagte sie. „Wir werden einen Mast machen, ein Segel und einen kleinen Raum für unseren Maiskuchen.“

Sie eilten los, um Teile zu sammeln. Sprig pflanzte einen geraden Zweig in einen Klumpen Bienenwachs, um einen Mast zu machen. Poppy fand ein sauberes Blatt für ein Segel und einen glatten Knopf als Anker. Sie banden alles mit seidigem Spinnenfaden von Frau Web zusammen, die lächelte und sagte: „Neamt zwei Stränge, meine Lieben, und haltet sie ordentlich.“

Zusammen setzten sie den warmen Krümel in die Walnussschale und deckten ihn unter einer Kleeblattdecke zu. Poppy band ihren roten Fadenschal oben an den Mast wie eine tapfere kleine Flagge.

Am Rand der Pfütze schoben sie das Walnuss-Boot ins Wasser. Es wippte und schaukelte und schwamm dann ruhig.

„Alle an Bord“, sagte Poppy und kletterte hinein.

„Alles im Gleichgewicht“, sagte Sprig und stieg vorsichtig mit seinem Bleistiftstock nach ihr ein, um ihn als Ruder zu benutzen.

Die Brise füllte ihr Blattsegel mit einem fröhlichen Puff. Das Boot glitt vorwärts und machte winzige Ringe im Wasser.

Ein Rotkehlchen landete in der Nähe der Pfütze und nahm einen Schluck. Wellen rollten auf das Boot zu. „Festhalten“, sagte Poppy.

„Ruhig, ruhig“, murmelte Sprig und tauchte seinen Bleistift ein wie ein Paddel. Das Boot hob und senkte sich über die Wellen wie eine Bohne auf einem Löffel. Der Maiskuchenkrümel blieb sicher unter seinem Klee.

„Achtet auf das Wackeln“, quakte ein dicker grüner Frosch von einem Stein. Seine goldenen Augen blinzelten freundlich.

„Danke, Herr Frosch“, rief Poppy. Sie ging in die Mitte und breitete ihre Pfoten aus. „Ich werde das Gleichgewicht sein.“

Ein langer Stock lag quer über der Pfütze wie eine Brücke. Der Wind schob sie direkt darauf zu. „Duck dich“, quiekte Sprig. Sie kauerten sich nieder, und die kleine Flagge streifte den Stock, als sie hindurchschlüpften. Ein Tropfen bespritzte Sprigs Nase, und er kicherte.

Dann wurde das Boot langsamer. Verworrenes Gras, lang und faderig, kräuselte sich um die Schale. „Wir stecken fest“, sagte Sprig.

„Nicht lange“, sagte Poppy. „Wackel mit mir.“ Zusammen schaukelten sie das Boot von Seite zu Seite. Sprig drückte mit dem Bleistift. Die Walnussschale wand sich mit einem sanften Plopp frei.

Ende

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