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Das Geheimnis des Brüllsteins

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Das Geheimnis des Brüllsteins

Die Sonne wärmte das hohe Gras, und der Löwenhügel leuchtete wie Gold. Die Löwen standen stark und stolz da. Wenn König Moyo seinen Kopf hob, rollte und hüpfte sein tiefes Brüllen normalerweise über das Land. Es war ihr Lied, ihr Hallo, ihre mutige Trommel.

Aber heute stimmte etwas nicht.

Moyo tapste zur Spitze des Hügels und sah hinunter. "Hmmm", grummelte er. "Wo ist unser Brüllstein?" Der große, runde, glatte Stein, der das Brüllen tanzen ließ, war weg. Nur ein flacher, staubiger Kreis war übrig.

Lulu, ein kleines Löwenjunges mit hellen Augen, keuchte. "Hat jemand unser Brüllen gestohlen?"

Tiko, ihr Bruder, blähte seine Brust auf. "Wir können ihn finden! Wir können die Spürnasen-Crew sein."

Moyos Mähne raschelte in der warmen Brise. Er stand groß und ruhig da. "Mutige Herzen, scharfe Augen", sagte er. "Lasst uns den Hinweisen folgen."

Sie sahen auf den staubigen Kreis. Daneben war eine lange, glatte Linie im Schmutz, als ob etwas Schweres weggerutscht wäre. Im Gras entdeckte Lulu eine Feder – schwarz und weiß und sehr groß.

Sie hielt sie hoch. "Eine Feder!"

Tikos Schnurrhaare zuckten. "Feder bedeutet Vogel. Aber ein sehr großer Vogel."

Moyo nickte. "Gute Augen. Welcher Vogel ist groß und rennt schnell?"

Sie folgten der glatten Rutschspur den Hügel hinunter. Sie fanden Abdrücke im weichen Boden – zwei lange Zehen, wie der Buchstabe V, tief eingedrückt. Tiko versuchte sie nachzumachen, indem er seine Knie hoch hob. Er wackelte und kicherte. "Diese Füße fliegen nicht. Sie rennen!"

"Ein Strauß", sagte Moyo. Seine Stimme klang wie ein Trommelschlag. "Lasst uns sehen, wo er hingegangen ist."

Die Spur führte über das Grasland, vorbei an einem hellen Akazienbaum und einer sandigen Mulde. Die Löwen gingen mit kraftvollen, vorsichtigen Schritten. Vögel flatterten ihnen aus dem Weg. Eidechsen huschten in den Schatten. Lulu schnupperte in der Luft. "Ich rieche trockenes Gras und... etwas Warmes."

Sie erreichten ein breites Nest am Boden, gemacht aus Zweigen und weichen Blättern. Ein großer Strauß stand dort und plusterte seine Federn auf. Sie sah besorgt und sehr beschäftigt aus. Neben dem Nest lag ein großer, runder, glatter Stein.

"Unser Brüllstein!" quietschte Lulu.

Der Strauß blinzelte mit seinen großen braunen Augen. "Oh! Hallo, Löwen. Ich bin Oona. Es tut mir so leid, wenn das euer Stein ist. Der Wind hat meine Eier immer gekitzelt. Ich brauchte einen Windschutz. Ich fand diesen glatten, sonnigen Fels und rollte ihn hierher. Er fühlte sich genau richtig an. Ich wusste nicht, dass er etwas Besonderes für euch ist."

Tiko lugte auf die Eier, gesprenkelt und gemütlich. "Mögen Eier Steine?"

"Sie mögen es warm und sicher", sagte Oona sanft. "Ich habe den Stein mit meiner Brust und meinen Flügeln geschoben. Es war harte Arbeit." Sie pickte auf den Boden. "Ich wollte nicht euer Brüllen nehmen."

Moyo stand groß und ruhig da. "Wir alle brauchen sichere, warme Dinge", sagte er. "Wir brauchen auch unseren Brüllstein. Hier ist ein Plan: Wir werden deinem Nest helfen, und du wirst uns helfen, ihn nach Hause zu rollen."

Oona nickte schnell. "Ja! Ja! Ich werde helfen."

Ende

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