Das Bündel Stöcke
Es war einmal ein alter Vater, der eine Gruppe von Söhnen hatte. Die Brüder waren stark und schnell, und sie konnten hart arbeiten. Aber sie stritten jeden Tag. Sie schubsten und schrien. Sie wollten nicht aufeinander hören.
Ihr Vater beobachtete und sorgte sich. Er liebte seine Söhne sehr. Er wollte, dass sie sicher und freundlich waren. An einem stillen Morgen rief er sie zusammen. „Meine Söhne", sagte er sanft, „kommt und setzt euch zu mir. Ich habe eine kleine Aufgabe für euch."
Er brachte ein Bündel Stöcke hervor, das mit einem einfachen Seil zusammengebunden war. Das Bündel war dick. Die Stöcke waren eng zusammen, fest Seite an Seite gepresst. Der Vater legte das Bündel auf den Tisch.
„Wer kann dieses Bündel zerbrechen?" fragte er. „Versucht euer Bestes."
Der älteste Sohn nahm das Bündel. Er hielt es in beiden Händen. Er drückte und bog und versuchte es zu zerbrechen. Die Stöcke knarrten, aber sie brachen nicht.
Der nächste Bruder versuchte es. Er zog und drehte. Er runzelte die Stirn und schnaufte. Das Bündel blieb ganz.
Einer nach dem anderen versuchte es jeder Bruder. Sie alle grunzten und strengten sich an. Sie konnten das Bündel Stöcke nicht zerbrechen. Nicht einer.
Der Vater nickte. Er lachte nicht. Er schimpfte nicht. Er nahm das Bündel zurück und zog am Knoten. Das Seil fiel weg. Die Stöcke rollten lose über den Tisch – ein Stock, dann ein anderer und noch einer.
Der Vater gab jedem Sohn einen einzelnen Stock. „Jetzt", sagte er, „versucht euren Stock zu zerbrechen."
Knack! machte der erste Stock.
Knack! machte der nächste.
Knack! Knack! Knack! Jeder einzelne Sohn konnte seinen einen kleinen Stock mit Leichtigkeit zerbrechen.
Der Vater schaute in ihre Gesichter. Er sprach sanft. „Meine Söhne, als diese Stöcke zusammengebunden waren, konnte keiner von euch sie zerbrechen. Aber als ich euch einen nach dem anderen gab, brach jeder Stock. Seht ihr?"
Er zeigte auf den Haufen zerbrochener Teile und das leere Seil. „Wenn ihr getrennt steht, wenn ihr streitet und euch voneinander wegschiebt, können Probleme euch wie diese einzelnen Stöcke zerbrechen. Aber wenn ihr zusammenbleibt – wenn ihr helft, zuhört und euch aneinander festhaltet – seid ihr stark. Wie das Bündel könnt ihr nicht so leicht zerbrochen werden."
Die Brüder waren still. Sie schauten auf die zerbrochenen Stöcke. Sie schauten sich an. Langsam nickten sie.
„Ich verstehe", sagte der Älteste. „Zusammen sind wir stark."
„Ich verstehe", sagte ein anderer. „Wir werden versuchen, als eines zu arbeiten."
Von diesem Tag an versuchten die Brüder, sich zu ändern. Als sie einen Zaun bauten, teilten sie die Arbeit. Wenn ein Bruder sich müde fühlte, hob ein anderer das schwere Ende. Wenn jemand sprach, hörten die anderen zu. Sie hatten immer noch kleine Streitereien – weil Familien echt sind und Menschen verschieden sind – aber sie erinnerten sich an das Bündel Stöcke. Sie banden ihre Herzen mit Sorgfalt zusammen, wie ein sicheres, sanftes Seil.
Und wann immer ein großes Problem kam, standen sie Seite an Seite. Sie waren nicht leicht zu zerbrechen.


























