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Breezys großer Tag

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Breezys großer Tag

Auf dem Flugplatz Sonnenfeld saß ein kleines blaues Flugzeug namens Breezy im Sonnenschein. Ihre Flügel waren hell und glänzend, und ihre Nase hatte ein fröhliches gelbes Lächeln. Wenn eine Brise ihren Schwanz kitzelte, wackelte ihr kleiner Propeller wie ein glückliches Lachen.

Mia kam mit ihrem Papa, um Flugzeuge zu beobachten. Sie hielt eine rote Mütze und einen ausgestopften Hasen namens Flip. „Schau, Papa! Das da sieht freundlich aus“, sagte Mia und zeigte auf Breezy.

Kapitänin Jo, mit einem Pferdeschwanz und einem breiten Grinsen, winkte von neben Breezy. „Willst du sie kennenlernen?“, fragte Kapitänin Jo.

Mia nickte. „Hallo, Breezy“, flüsterte sie. Breezy blinkte mit ihren Lichtern, als wollte sie sagen: Hallo!

Kapitänin Jo öffnete die kleine Tür. „Möchtest du einen kurzen Flug über die Felder machen?“

Mias Augen wurden groß. „Darf Hase mitkommen?“

„Hase darf mitkommen“, sagte Kapitänin Jo. „Breezy liebt neue Freunde.“

Drinnen roch das Cockpit nach sauberer Luft und neuer Farbe. Es gab runde Anzeigen wie Gesichter, ein Radio mit einem Knopf und einen glänzenden Hebel. Mia schnallte sich an, und Kapitänin Jo half Hase, auch sicher zu sitzen.

„Bevor wir fliegen, machen wir unsere Überprüfungen“, sagte Kapitänin Jo. Sie sprach in einem freundlichen Rhythmus. „Flügel?“

„Flügel!“, hallte es von Mia wider, die auf das Fenster patschte.

„Treibstoff?“

„Treibstoff!“, sang Mia.

„Propeller?“

„Dreh, dreh!“, kicherte Mia.

Breezy summte. Ihr Motor machte surr-surr, dann brummmmm. Der Propeller drehte sich wie eine helle, schnelle Blume.

„Bereit?“, fragte Kapitänin Jo.

Mia holte tief Luft. „Bereit!“ Hase blieb tapfer und still.

Sie rollten die Startbahn hinunter. Die Räder machten rumpel-rumpel, schneller und schneller. „Hoch geht's!“, sagte Kapitänin Jo.

Hui! Breezy hob ab. Der Boden glitt weg wie eine Decke, die glattgestrichen wird. Die Felder unten sahen aus wie eine Flickendecke – grün, gelb und braun. Ein Fluss schlängelte sich wie ein blaues Band. Schafe tupften die Hügel wie kleine Popcorn-Puffs. Ein roter Zug glitt entlang der Schienen wie eine helle Spielzeugschlange.

Mia drückte ihre Nase an das Fenster. „Alles sieht klein aus“, sagte sie.

„Von hier oben sehen wir Muster“, sagte Kapitänin Jo. „Sag mir, wenn du den Wasserturm mit den Streifen entdeckst.“

„Mach ich“, sagte Mia und zeigte. „Ich sehe eine Schule! Sie sieht aus wie ein Puzzleteil.“

Ein freundlicher Wind strich über Breezys Flügel. Dann drückte ein anderer ein wenig härter. Breezy machte einen kleinen Wackler.

Mia hielt Hase fest. „Kapitänin Jo, wir wackeln.“

„Nur ein holpriges Stückchen“, sagte Kapitänin Jo ruhig. „Der Himmel hat auch Kieselsteine. Breezy weiß, was zu tun ist.“ Sie klopfte auf das Armaturenbrett. „Flügel ruhig, Breezy.“

Breezy richtete ihre Flügel gerade. Ihr Motor schnurrte stark und sanft. Mia spürte, wie sich ihr Bauch beruhigte.

Sie kreisten über dem Fluss. Ein weißes Segelboot trieb wie ein Papierreieck. Vögel flogen tief unten, flitzend wie verstreute Streusel. Kapitänin Jo hielt einen sicheren, weiten Abstand.

„Lass uns diesen gestreiften Wasserturm finden“, sagte Kapitänin Jo. „Dann können wir dem Fluss nach Hause folgen.“

Eine flauschige Wolke trieb vor die Stadt. „Wo ist der Turm hin?“, fragte Mia.

„Manchmal spielt der Himmel Kuckuck“, sagte Kapitänin Jo. „Was könnte uns sonst noch helfen?“

Mia dachte nach. Sie schaute auf das Kartenbild auf dem Armaturenbrett. Sie spähte wieder hinaus. „Der rote Zug fährt zur Brücke. Die Brücke überquert den Fluss. Der Fluss führt zum Turm!“

„Kluge Augen“, sagte Kapitänin Jo.

Breezy machte eine sanfte Kurve. Der rote Zug bog ab, die Brücke erschien, und dort – hervorlugend hinter der Wolke – stand der Wasserturm mit Zuckerstreifen. Mia jubelte. „Da ist er!“

„Heimweg“, sagte Kapitänin Jo.

Breezy folgte dem blauen Flussband. Die Landebahn kam in Sicht, lang und gerade wie ein grauer Bleistift auf dem Gras.

„Räder bereit“, sagte Kapitänin Jo leise. Mia hielt Hases Pfote.

Quietsch-qietsch machten die Reifen. Breezy rollte, langsamer, langsamer, dann stoppte sie mit einem glücklichen Seufzer.

Am Boden hüpfte Mia heraus. „Du hast es geschafft, Breezy!“ Sie tätschelte die warme blaue Seite.

Kapitänin Jo klebte einen glänzenden Aufkleber in die Nähe von Breezys Tür – einen kleinen goldenen Flügel. „Erster Großer Tag“, sagte sie.

Mia malte ein schnelles Bild mit ihrem Wachsmalstift: Breezy im Himmel, der Band-Fluss, der winzige rote Zug. Sie klebte die Zeichnung an die Hangarwand.

Breezy blinkte wieder mit ihren Lichtern. Der Wind raschelte im Gras, und der Flugplatz summte mit leisen Geräuschen.

„Können wir wieder fliegen?“, fragte Mia.

„Ein andermal“, sagte Kapitänin Jo. „Der Himmel wird hier sein und warten.“

Breezys Propeller machte eine letzte sanfte Drehung – als ob sie ja nickte.

Ende

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