Blauer Bus, Wahrer Bus
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Blauer Bus, Wahrer Bus

Bella der Bus war blau wie ein Sommertagshimmel. Sie hatte dicke runde Reifen, fröhliche Fenster und ein Herz, das unter dem Motor summte. Jeden Tag rollte Bella durch Hillcrest Town, trug Passagiere—Eichhörnchen mit Einkaufstaschen, Mäuse mit Picknicks und Vögel auf ihrem Weg zu Liedern.

Bella liebte es, mit den anderen Fahrzeugen zu sprechen, die bei Stop-and-Chat parkten, dem kleinen Platz am Fuße des Großen Hügels. Red Truck sprach über das Transportieren schwerer Baumstämme. Yellow Taxi erzählte Geschichten über Fahrten durch Regen. Bella sagte nichts, nur nickte und summ te.

"Was ist mit dir, Bella?", fragte Yellow Taxi eines Tages. "Irgendwelche aufregenden Reisen?"

Bella fühlte sich klein. Sie hatte keine großen Geschichten. Aber dann kamen Worte heraus, bevor sie nachdenken konnte.

"Gestern", sagte Bella, "bin ich den Großen Hügel hinaufgefahren! Ganz oben! Ohne zu husten!"

Red Truck blinkte mit den Scheinwerfern. "Das ist unmöglich! Ich bin es letzten Monat hochgefahren, und meine Bremsen rauchten!"

Bella fühlte eine kleine Wendung in ihrem Kraftstofftank. "Nun," sagte sie lauter, "meine Motoren sind sehr stark."

Yellow Taxi nickte beeindruckt. "Ich habe noch nie einen Bus so hoch gehört."

Bella trieb davon, fühlte sich stolz, aber seltsam schwer, wie ein Reifen voller Luft, der eine kleine Leck hatte.

Am nächsten Tag bei Stop-and-Chat war Green Bike da. Green Bike erzählte von einer Fahrt durch Gänseblümchenfelder. Bella fühlte den kleinen Leck wieder.

"Nun," sagte Bella, "gestern bin ich den Großen Hügel zweimal hochgefahren. Und es gab Wind!"

Green Bike staunte. "Du musst der stärkste Bus sein!"

Bella fühlte den Leck größer werden. Die Worte waren draußen, aber sie saßen schlecht, wie Reifen auf schiefem Boden.

An dem Tag rollte Bella die Route, aber die Straße fühlte sich bucklig an, selbst wenn sie glatt war. Passagiere stiegen ein und aus. "Geht's dir gut, Bella?", fragte eine freundliche Eule. "Du siehst niedergeschlagen aus."

"Ich bin in Ordnung," piepte Bella. Aber sie war es nicht.

Am Abend parkten alle bei Stop-and-Chat. Der Hügel ragte über ihnen, groß und grün und unmöglich. Red Truck drehte sich zu Bella.

"Lasst uns alle zusammen hinauffahren morgen," sagte Red Truck. "Bella kann uns führen, da sie es vorher getan hat."

Bellas Motor stotterte. "Ich... ähm..."

Yellow Taxi blinkte. "Was ist los?"

Bella atmete tief ein Kraftstoff. Ihre Fenster beschlugen mit Scham. "Ich... ich bin überhaupt nicht den Hügel hochgefahren. Ich hab alles erfunden."

Stille fiel wie eine Decke. Bellas Reifen fühlten sich schwer an.

Dann rollte Green Bike näher. "Warum hast du es erfunden?"

"Weil ich wollte, dass ihr denkt, ich sei stark," flüsterte Bella. "Ich wollte wichtig sein."

Red Truck ließ die Hupe ein langes, weiches Toot los. "Bella, du bist bereits wichtig. Du bringst Eichhörnchen nach Hause. Du bringst Passagiere sicher. Das ist echte Stärke."

Yellow Taxi nickte. "Wir alle tun verschiedene Dinge. Ich fahre nicht den Hügel hoch entweder. Macht das mich schwach?"

"Nein!", sagte Bella, deren Fenster klarer wurden.

Green Bike klingelte. "Entschuldigen ist auch Stärke. Du hast es gerade getan."

Bellas Motor summte wärmer. "Es tut mir leid, euch belogen zu haben. Ich wollte, dass ihr stolz auf mich seid."

"Wir sind stolz," sagte Red Truck. "Weil du ehrlich bist. Das ist das Schwerste."

Bella fühlte das Leck in ihrem Kraftstofftank heilen. Sie fühlte sich leichter, klarer, wie frisch gewaschen nach einem Regen.

Am nächsten Morgen rollten sie alle den unteren Weg zusammen, nicht den Hügel. Aber das war in Ordnung. Sie sangen Lieder, Hupen und Klingeln in Harmonie. Bella sang am lautesten von allen.

An diesem Abend sagte ein kleiner Spatz zu Bella: "Du hast mich heute nach Hause gebracht. Das ist das Wichtigste, was du hättest tun können."

Bella fühlte ihr Herz unter dem Motor glühen. Sie musste keinen Hügel klettern, um wichtig zu sein. Sie musste nur sie selbst sein—der blaue, freundliche, ehrliche Bus, der sie war.

"Blauer Bus," sagte sie zu sich selbst. "Wahrer Bus."

Und von diesem Tag an erzählte Bella nur wahre Geschichten. Und weißt du was? Ihre Freunde hörten immer noch gerne zu.

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