Amber zur Rettung
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Amber zur Rettung

Am Hang unter wogenden Pappeln parkte Amber Krankenwagen. Amber war nicht groß wie Motorbike oder gerade wie Firetruck, aber Amber war schnell und hilfreich. Ihr Lack glänzte hell wie Sonnenlicht auf Schnee, und ihre Sirene ging "Nee-naww! Nee-naww!" stolz und laut.

Eines Morgens rollte Amber auf dem alten Steinweg, der zwischen Getreidefeldern kurv

te. Der Weg war holprig, und Kiesel gingen ping-ping gegen ihre Reifen. Eine kühle Brise raschelte durch goldene Halme.

"Was für ein schöner Tag!", summte Amber.

Dann blitzte etwas im Staub. Amber hielt an und blinkte mit den Scheinwerfern. Ein rundes, glänzendes Ding lag direkt auf dem Weg. Amber rollte vorsichtig näher.

Eine Taschenuhr. Sie lag im Schatten eines Felsens und fing kleine Funken von Licht auf. Der Deckel war abgeschürft, aber das Gesicht war rein. Tick-tock, tick-tock. Die Uhr tickte immer noch.

"Oh!", piepte Amber. "Jemandem fehlt das wahrscheinlich."

Sie schob die Uhr vorsichtig mit dem Stoßdämpfer zur Seite und dachte nach. Sie könnten sie nehmen. Sie könnten sie bei Hal, dem Farmer, abliefern, dem die Felder gehörten. Aber die Uhr war so schön. Und Amber liebte schöne Dinge.

Eine kleine Stimme, weich wie eine Schwalbe, flatterte in Ambers Gedanken. Finde den Besitzer. Ehrlich sein fühlt sich besser an.

Amber seufzte. Dann drehte sie um und rollte zur Farm. Die Farm hatte ein rotes Scheune, einen weißen Zaun und einen großen alten Kirschbaum. Farmer Hal kniete in seinem Gemüsegarten.

Amber hupte leise. "Meep-meep."

Hal stand auf und wischte sich die Hände. Seine Augen wurden groß. "Amber! Alles in Ordnung?"

"Ja," sagte Amber. "Aber ich fand etwas." Sie rollte näher, und Hal sah die Taschenuhr. Seine Augen füllten sich mit Glück.

"Das ist die Uhr meines Großvaters!", rief er. "Ich habe sie in der vergangenen Woche fallen lassen, während ich Zäune reparierte. Ich dachte, sie wäre für immer verloren!"

Amber rollte ein bisschen errötend. Wenn Krankenwagen erröten könnten, wären ihre Spiegel rosa geworden. "Ich wollte sie behalten, weil sie schön ist. Aber... es fühlte sich nicht richtig an. Sie gehört dir."

Hal lächelte. Seine Augen waren weich und warm. "Danke, Amber. Du hast das richtige getan, auch wenn es schwer war." Er holte tief Luft. "Ich habe etwas für dich."

Er ging zur Scheune und kam zurück mit einem Topf. In dem Topf war ein kleines Knospen. Es war weiß mit einem grünen Stamm. Hal stellte es vorsichtig auf Ambers Kabine.

"Das ist eine besondere Blume," sagte Hal. "Sie öffnet sich im Mondlicht. Pflanze sie zu Hause, und jedes Mal, wenn der Mond aufgeht, wird sie leuchten und dich an das erinnern, was du heute getan hast."

Ambers Motor summte warm. "Danke, Hal."

Amber rollte den Hang hinunter. Die Sonne rutschte niedrig und malte den Himmel orange und rosa. Als die Sterne herauskamen, pflanzte Amber die Blume neben ihrem Parkplatz. Der Mond stieg, groß und rund. Die Blume öffnete sich—weiß wie Milch, leuchtend wie ein winziges Licht.

Amber sah die Blume an. Sie fühlte keine Reue über die Uhr. Sie fühlte glücklich. Sie hatten etwas Verlorenes zurückgegeben, und das machte sie heller als jeder Glanz.

"Nee-naww," flüsterte Amber zufrieden, und der Mond leuchtete sanft, und die Blume leuchtete zurück.

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